Gute Ideen sind stets gefragt – Die Erfolgsgeschichte des Wandorama

12. Juni 2017, von

Jede Person, welche in irgendeiner Weise im Tourismus tätig ist, überlegt sich immer wieder von neuem: „Was könnte ich machen, damit mein Produkt interessanter wird? Dass es begehrenswerter ist? Wie kann ich weitere Touristen in meine Ferienregion locken? Wie kann ich Mehrwerte und Wertschöpfung schaffen?“

So ist es vermutlich auch den Verantwortlichen der Bündner Wanderwege gegangen. Der Schweizer Nationalsport hat sich in den letzten Jahren zwar etwas bewegt, aber der entscheidende Funken ist dabei nicht wirklich rüber gesprungen. Einige Köpfe haben einen Anglizismus bzw. „Hiking“ daraus gemacht und gehofft die Jugend springe sofort auf. Aber aus meiner Sicht braucht es echte Highlights und Leuchttürme, welche die Menschen inspirieren und „gluschtig“ machen. Denn wenn man mal Lunte gerochen hat, ist man schnell offen für weitere ähnliche Projekte und Taten.

Daher finde ich den Weg der Bündner Wanderwege richtig und äusserst spannend. Eine ihrer Hauptaufgaben ist die Sicherstellung der Qualität der Wander- und Bikewege. Ebenso gehört die Kontrolle der Markierungen und Signalisationen durch die Bezirksleiter, die Erfassung und Digitalisierung des Wanderwegnetzes und die Weitergabe der Information rund um das Wandern im Bündnerland zu den täglichen Aufgaben. Damit wird seit Jahren die Basis des Wanderlandes Graubünden gelegt. Ein Grundgerüst auf dem sich aufbauen lässt und wohl manch einen anderen Kanton bzw. Ferienregion ein wenig neidisch werden lässt.

Eine Fachstelle könnte sich natürlich mit diesen Arbeiten zufrieden geben. Umso löblicher ist es, dass die Bündner Wanderwege eine neue, kreative Idee ins Leben gerufen haben und so ihre Leidenschaft fürs Wandern unter Beweis gestellt haben: Eine Idee, die etwas anders daher kommt, die ihren Ursprung im Wandern besitzt, aber auch den Mut hat, über den Tellerrand zu sehen und neue Ansätze miteinzubeziehen.

Doch eventuell beginne ich besser ganz am Anfang: Das Ziel war es, einen neuen Anlass zu kreieren, welcher die Wanderer zusammenbringt, der neue Lust am Wandern weckt und natürlich die Vielfalt und Schönheit der Natur aufzeigen kann.

Der Name war vermutlich schnell gefunden – Wandorama – eine Kombination aus Wanderung und Panorama. So ist es nämlich auch: Der Mensch will belohnt werden. Und die mit Abstand schönste Belohnung auf Wanderungen ist das Panorama, der Weitblick auf die Berge und Seen. Sozusagen die Erlebnisse, welche dem Herzen und dem Geist die Nahrung geben.

Aber auch aus Marketingsicht ist der Name Programm. Wenn man das englische Marketing-Schlagwort „KISS“ (Keep It Short & Simpel) anwendet, sieht man sofort, dass man in kurzer Form eine klare Botschaft verbreitet.

Wandorama – da wo sich Naturfreunde, Geniesser, Linsengucker, Gesellige, Entdecker, Nachtschwärmer, Kreative und GPS’er treffen, wurde dann auch sofort Programm und die verschiedenen Aktivitäten und Wanderungen aufgegleist. Klassiker wie Vollmond- und Weitenwanderungen (60h) und neu Ansätze wie Foto-, Kreativ-, Yoga-, Jass-, Kulinarik- und Power-Wanderungen werden dem Zielpublikum bei diesen Anlass angeboten.

Zusammen mit einem vielseitigen Veranstaltungsvillage und einer gemütlichen Festatmosphäre (mit lokaler Band am Abend) war die erste Austragung bereits ein voller Erfolg.

Als Vater von drei Kindern, weiss ich wie schön es ist, wenn ein neues Leben entsteht. Mit dem Wandorama wurde ein neues Kind für den Wandertourismus in Graubünden geboren. Nun gilt es gemeinsam zu wachsen und die nächsten Schritte (gross oder klein) miteinander vorzunehmen.

Ich bin überzeugt, dass das Kind „Wandorama“ schon bald komplett eigenständig in Graubünden unterwegs ist. Ich freue mich darauf das Ganze zu beobachten und beim zweiten Geburtstag erneut in Arosa mit dabei zu sein. www.wandorama.ch

Roland Schuler


Der Weg ist das Ziel.

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